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Mulchen oder Flächenkompostierung

Mulchen_Paprika

 

Viele Gärtner verstehen unter Mulchen lediglich das Ausbringen von Rindenmulch auf Staudenbeeten oder unter Gehölzen, um Unkräuter zu unterdrücken. Doch Mulchen ist im Biogarten viel mehr als das. Wir praktizieren es seit mehr als 10 Jahren sehr erfolgreich und nutzen in unserem Garten die vielen Vorteile:

 

 

1)    Indem man den Boden mit verschiedenen organischen Materialien bedeckt, wird die aufgebrachte organische Substanz genau wie bei der Kompostierung durch Regenwürmer und andere Bodenorganismen abgebaut. Sie wird langsam in Humus verwandelt, nur dass nicht extra ein Komposthaufen gebaut werden muss. Durch diese Flächenkompostierung wird der Boden langsam und stetig mit organischem Dünger versorgt und nachhaltig durch Dauerhumus verbessert.

Manche Biogärtner düngen ihre Beete ausschließlich durch Flächenkompostierung und verzichten ganz auf das Kompostieren in Mieten. Im mischKultur-Garten kombinieren wir beides miteinander, da unsere Wiesen- und Waldflächen nicht ausreichen, um das ganze Jahr alle Beete mit geeignetem Mulchmaterial zu versorgen und wir nichts „grundstückfremdes“ zukaufen möchten. Einzige Ausnahme bildet der Rasenschnitt unseres Nachbarn, den wir gerne nutzen, denn auch er wirtschaftet ohne Kunstdünger und Pestizide.

2)   Durch die aktiven Bodenlebewesen – insbesondere die Regenwürmer – wird der Boden intensiv durchgearbeitet und dadurch besser belüftet. Dies ist insbesondere bei schweren Böden von großem Vorteil, die zumeist stark verdichtet sind.

3)    Durch das Umsetzen der organischen Substanz durch die Regenwürmer entstehen Ton-Humus-Komplexe und damit die sogenannte „stabile Krümelstruktur“. Dies ist der ideale Zustand des Bodens, den sich jeder Gärtner nur wünschen kann, da er optimale Wachstumsbedingungen schafft.

4)   Die Bodenbedeckung schützt den Boden vor starken Regenfällen. Er wird nicht zerschlagen oder weg geschwemmt. Außerdem wird die Krümelstruktur nicht verschlämmt.

5)    Der Boden wird besser gegen starke Sonne und vor Verdunstung geschützt. Dadurch muss viel weniger gegossen werden. Außerdem bleiben die Bodenlebewesen durch die Beschattung in der oberen Erdschicht und beleben den Boden (Schattengare).

6)    Es wächst weniger Unkraut und wenn doch, kann es aus dem lockeren Boden leicht herausgezogen werden.

7)    Der Boden muss nicht mehr gehackt werden, da er durch die aktiven Bodenlebewesen gelockert wird.

8)    Bei der Zersetzung der Bodenbedeckung entsteht Kohlensäure. Diese nehmen die Pflanzen durch ihre Spaltöffnungen an den Blattunterseiten auf und haben somit einen bequemen Nachschub an Kohlenstoffen. Dadurch werden die Erträge gesteigert.

9)     Der Boden kühlt weder so stark aus noch erwärmt er sich so extrem wie unbedeckt. Dadurch können die Bodenlebewesen besser arbeiten.

Mulch_Korb

 

Das Mulchmaterial:

Zum Mulchen können alle organischen „Abfälle“ verwendet werden, die im Garten anfallen, z.B. abgehackte Unkräuter ohne Wurzeln und Samen, Kohlblätter, Grasschnitt, Heu, Stroh, Sägespäne, Laub, abgeschnittene Stauden, Obstreste, kleingehäckselter Baum- und Strauchschnitt, Farnkraut, Beinwell, Brennnesseln, Rindenmulch.

Wichtige Regeln beim Mulchen:

  • Sobald die Aussaaten hoch genug sind, kann zwischen den Reihen, um die Pflanzen herum und natürlich auch auf den Wegen gemulcht werden.
  • Setzlinge sollten nicht mit Mulch direkt in Berührung kommen.
  • Feuchtes, stickstoffreiches Material wie Grasschnitt sollte vorher anwelken und nur dünn verteilt werden, da es sonst fault und schimmelt. Ist es nach einigen Wochen verrottet, wird die Mulchschicht erneuert bzw. ergänzt.
  • (Trockenes) Material mit viel Kohlenstoff (z.B. Stroh, Sägespäne, Baumschnitt, Rindenmulch) benötigt zum verrotten Stickstoff. Damit es diesen Stickstoff nicht dem Boden und somit den Nutzpflanzen entzieht, wird unter die Mulchschicht ein stickstoffhaltiger Dünger gestreut (z.B. Hornspäne).
  • Hervorragendes Mulchmaterial sind Beinwell und Brennnesseln.
  • Farnkraut und Beinwell enthalten viel Kalium und sind  bestens für Kartoffeln geeignet.
  • Wird mit Grob-/Mulchkompost gemulcht, muss dieser mit einer dünnen Schicht Grasschnitt bedeckt werden.
  • Zierpflanzen, Gehölze und Rosen können mit Rindenmulch gemulcht werden, der sehr gut Unkräuter unterdrückt.
  • Bei Erdbeerbeeten hat sich Stroh bewährt, das gleichzeitig die Früchte sauber und trocken hält.
  • Gegen Schnecken im Mulch helfen unsere Tipps hier.

Mulch_GWH1

 

Besonders wichtig ist es, dass kein Fleck im Biogarten mit unbedeckter Erde in den Winter geht. Alle Gemüsebeete werden deshalb mit Laub, Staudenrückschnitt etc. gemulcht und ggf. mit Ästen gegen Wegfliegen beschwert. Im Frühjahr (Februar/ März) werden die Beete vom Wintermulch befreit, damit sich der Boden erwärmen kann. Dieses Mulchmaterial wird kompostiert.