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Mai

Ja, wo sollen wir anfangen – bei der Schneckenplage, die uns in diesem Jahr heimsucht? Heute abend – so gegen 21.00 Uhr – waren wir wieder draußen und erschraken über die große Anzahl dieser schleimigen Gesellen. Wir dachten, durch das tägliche Absammeln am Morgen sowie am Abend hätten wir schon die Meisten erwischt. Aber weit gefehlt. Der heutige Regentag scheint für Nachschube gesorgt zu haben. Nur gut, dass sie braun und nicht auch noch grün sind, und wir sie so leichter finden können. Wieder ein Grund, dankbar zu sein!

Nun, wie sieht es zur Zeit im mischKultur-Garten aus? Die Staudenbeete und -rabatten machen uns schon viel Freude. Im Schatten gedeihen Heuchera, Waldmeister, Farne, Frauenmantel, Elfenblumen, Golderdbeeren, Funkien, Storchschnabel und vieles mehr prächtig. Auf den sonnigen und halbschattigen Beeten erfreuen uns wilde Margariten, Pfingsrosen, Iris, Himmelsleitern, Nachtviolen und Bartiris .

Daneben blüht der für den Biogarten so wichtige Beinwell sowie die Zackenschote. Und ein noch ungewohntes  Schauspiel  bieten blühende Möhren, Mangold, Haferwurzel, Rote Beete sowie Rosenkohl. Von diesen zweijährigen Gemüsepflanzen wollen wir Samen ziehen. Auch wenn der Mangold eine F1-Hybride ist, sind wir gespannt, was dabei heraus kommt.

Unsere Heilpflanzen- und Kräuterbeete haben wir etwas umgestaltet,  so dass nun auch Wilde Karde, Mariendistel, Benediktenkraut und Eibisch mehr Platz zur Verfügung haben. Für Thymian und Oregano wird es bald Zeit für den ersten Schnitt und der Rote Fingerhut sitzt in den Startlöchern. In ein paar Tagen wird er wohl blühen. Aber wohin nur mit unserem Wermut? Nur sehr wenige Pflanzen halten es neben ihm aus – niemand will neben ihm „sitzen“. Aber seine Bitterstoffe wollen wir nicht missen. Dann bleibt wohl nur ein Einzelplatz im Kübel!

Ja, und der Gemüsegarten? Im Gewächshaus sind wir am Rücken und Sortieren, um Platz für die Tomaten- und Paprikapflanzen zu schaffen. Sie müssen endlich in die Erde. Verschiedene Salate, Kohlrabis, Wilde Rauke, Senfkresse, Dill, Spinat und Lauchhellerkraut wachsen prächtig. Eine Gurkenpflanze fiel aber leider der Gurkenwelke zum Opfer. Na, Blumenkohl und Brokkoli bilden die ersten „Früchte“ und werden uns sicherlich darüber hinweg trösten.

Im Freiland füllen sich die Beete, die wir nach der Mischkultur-Methode bestellen, zusehens. Und unsere Erträge sprechen dafür, dass sie wirklich funktioniert. Außerdem gefallen uns die Beete durch die integrierten Ringelblumen und Kräuter sowie den Wechsel der Kulturen in den Reihen und auf den einzelnen Beeten viel besser. Auch unser Nutzgarten soll nicht nur ertragreich sondern schön sein,  denn das macht uns – gerade bei der vielen Arbeit im Frühling – einfach glücklich!

Morgens den taufeuchten Himmel umarmen und in die feinen blauen Wolken greifen, schimmerndes Gold an den Zimmerwänden festmalen und für die Ewigkeit rahmen, das Wachsen und Rauschen der Blütenblätter belauschen, voll Hunger das muntere Jauchzen aufbrechender Erde in jede Pore einsaugen und des nachts – die vollkommene Leichtigkeit, ja – frische Unsterblichkeit träumen.
(Cosima Bellersen Quirini)