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Echtes Johanniskraut

Johanniskraut_1

 

Im Juni ist es endlich wieder so weit. Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) blüht, und wir können hinaus, um es für unsere Hausapotheke zu sammeln.

2015 zur Arzeneipflanze des Jahres gekürt, wurde Johanniskraut bereits in der Antike vor allem äußerlich zur Wundbehandlung eingesetzt. Schon Paracelsus (16./ 17. Jh.) nutzte es gegen die Melancholie. Heute ist es ein anerkanntes Mittel gegen leichte und mittelschwere Depressionen.

 

Weltweit sind 400 Arten bekannt, in Deutschland wachsen 11 Arten. Typische Merkmale des Echten Johanniskrautes sind der zweikantige Stängel, der im Gegensatz zu anderen Arten nicht hohl ist. Die Blüten-, Kelch- und Laubblätter sehen aus, als ob sie kleine Löcher haben („perforatum“= durchlöchert). Dabei handelt es sich jedoch um lichtdurchlässige Öldrüsen, in denen das rote Hypericin gespeichert ist. Deshalb heißt es auch „Tüpfel-Johanniskraut“. Diese Eigenschaft haben jedoch auch andere Johanniskrautarten.

Heilwirkung:

  • Hypericine wirken gegen Viren und photosensibilisierend, d.h. sie verbessern die Lichtaufnahme des Körpers und wirken dadurch stimmungsaufhellend. Diese „Lichttherapie von innen“ bewirkt Heilerfolge bei leichten bis mittelschweren Depressionen und bei Winterdepression.
  • Hyperforine wirken antidepressiv, außerdem entzündungshemmend und antibakteriell. Dadurch erklärt sich die hervorragende wundheilende Wirkung des Rotöls, dem Auszugsöl des Johanniskrautes, bei scharfen und stumpfen Verletzungen sowie Verbrennungen ersten Grades. Es wirkt schmerzstillend, lindert als Einreibemittel Muskelverspannungen und wirkt hervorragend gegen Schmerzen bei Ischias, Hexenschuss, Rheuma und Gicht. Darüber hinaus wird Rotöl innerlich bei Mundschleimhaut-/ -zahnfleischentzündung, Reizmagen und zum Ausheilen von Magen-Darm-Geschwüren verwendet.
  • Auch chronische Begleitsymptome der Depression wie z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Müdigkeit, Magen- oder Herzbeschwerden können durch Johanniskraut gelindert werden.

Johanniskraut wird wärend der Blüte gesammelt, möglichst kurz vor der Mittagszeit bei strahlendem Sonnenschein. Es sollte vorher 3 Tage nicht geregnet haben. Verwendet werden die oberen 10-20 cm blühendes Kraut. Reich an Wirkstoffen sind vor allem die Blütenknospen, die geöffneten Blüten und die noch grünen Kapseln. Der Anteil an Stängeln dagegen sollte möglichst gering sein.

Tee gegen Depressionen, Winterdepression, Ängste, nervöse Unruhe

1-2 TL getrocknetes Kraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 7 Minuten ziehen lassen, 2-5 Monate lang 2-3-mal täglich 1-2 Tassen trinken,

Rotöl (Auszugsöl)

Ein sauberes, helles Glas wird locker mit dem blühenden Kraut gefüllt. Dieses darf nicht nass sein und sollte ggf. kurz angegetrocknet werden. Nun wird Öl (z.B. Olivenöl) aufgegossen, so dass alles mit Öl bedeckt ist. Das ist sehr wichtig, da Pflanzenteile, die heraus ragen, leicht schimmeln. Nun das Glas mit einem Blatt Küchenrolle und einem Gummi verschließen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Eine Woche auf einem sonnigen Fensterbrett stehen lassen und täglich mit einem sauberen Holzstäbchen umrühren. Dann mit einem Deckel verschließen und 5 weitere Wochen so fortfahren. Anschließend durch einen Teefilter oder ein Stofftuch abgießen und in dunklen Flaschen lagern. Beschriftung nicht vergessen. Das Öl ist ca ein Jahr haltbar. Anwendung siehe oben.

Johanniskrauttinktur

Das blühende Kraut wird in ein sauberes, helles Glas gegeben und mit Alkohol (45%) aufgefüllt. Nach vier Wochen an einem hellen Platz und täglichem Umrühren wird die Tinktur gefiltert und in dunkle Tropffläschchen gefüllt. Gegen Depressionen, Winterdepression, Ängste sowie nervöse Unruhe nimmt man 2-3 Monate lang 3-mal täglich 20 Tropfen vor den Mahlzeiten ein.

Kräuterkissen

Eine kleine Kissenhülle von ca. 10 x 10 cm wird mit getrocknetem Johanniskraut sowie z.B. mit Lavendel, Hopfen und/ oder Melisse gefüllt. Es wirkt beruhigend und fördert das Ein- und Durchschlafen.

 

Vorsicht: Bei der Anwendung von Johanniskraut ist die Haut empfindlicher gegen Sonnenlicht. Deshalb ist erhöhter Sonnenschutz notwendig, um Sonnenbrand zu verhindern! Ist es allerdings zu Sonnenbrand gekommen, kann dieser ganz wunderbar mit Rotöl behandelt werden.

Haftungsausschluss:

Diese Angaben stammen aus dem Buch „Alles über Heilpflanzen“ von Ursel Bühring, Verlag Eugen Ulmer KG, 2011 und basieren außerdem auf eigenen Erfahrungen. Der mischKultur e.V. übernimmt keine Haftung bei der Anwendung der Rezeptvorschläge zur Selbstmedikation.