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Worum es uns geht

Der Anbau  im eigenen Garten war in unserer Region insbesondere zu DDR-Zeiten sowohl in den Dörfern als auch in den Schrebergärten der Städte für Viele eine Selbstverständlichkeit. Die Menschen verfügten über reiche Kenntnisse und gaben diese von Generation zu Generation weiter. Die Gärten waren vielfältig und reich an nektar- und pollenreichen Stauden, Sommerblumen und Gehölzen. Und auch  das Halten von Tieren sowie das Imkern waren weit verbreitet. Dadurch konnte so manche Versorgungslücke ausgeglichen und gesundes Obst, Gemüse, Fleisch, Honig, Eier u.v.m. genossen werden.

In den Jahren nach der Wende mussten jedoch viele Gemüsebeete gepflegten Rasenflächen und Zierpflanzen weichen und die Tiere wurden abgeschafft. Die farbenfrohen Südfrüchte und Produkte in den Geschäften lockten und versprachen hohen Genuss, Vielfalt, Gesundheit und bequemes Konsumieren ohne aufwendige Arbeit im Garten.

SAM_5446 Seit wenigen Jahren begreifen jedoch immer mehr Menschen, dass die in den meisten Supermärkten und in der Gastronomie angebotenen Lebensmittel arm an Vitalstoffen, dafür aber reich an Fetten und Zucker sind. Zivilisationskrankheiten – insbesondere starkes Übergewicht und Diabetes bereits bei Kindern – lassen aufhorchen. Dazu kommen aufrüttelnde Berichte zum Ausmaß nachweisbarer Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat, Antibiotika und anderer schädlicher Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln.  Auch erkennen Viele, dass sie den Bezug zur Natur verloren haben und nur noch konsumieren anstatt zu agieren. Immer weniger Menschen wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen. Alarmierend sind Berichte über Kinder, die regelrechte Angst vor der Natur haben.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma sehen viele zunehmend darin, tätig zu werden und zumindest einen Teil ihrer Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Kräuter selbst anzubauen. Ob nun auf dem Land oder in der Stadt – viele versuchen sich daran und sind begeistert dabei. Da wachsen Gurken auf Balkonen, Kohlrabis und Möhren in Kisten auf städtischen Brachflächen  und Salatköpfe in vertikalen Wandgestellen. Dachterrassen werden zu Gemüsegärten, Innenhöfe zu ertragreichen Oasen und Dorfgrundstücke zu Kleinstfarmen. Es werden Gemeinschaftsgärten gegründet, Projekte mit Kindergärten und Schulen initiiert und Parkflächen in ertragreiche Beete umgestaltet. Ganze Gemeinden werden essbare Städte.  Junge Leute probieren sich aus, Ältere erinnern sich zurück und geben ihr Wissen weiter.

Was wir wollen

Kastenbeete_Ina2

 

Alle Mitglieder und viele Freunde des mischKultur e.V. haben sich auf den Weg gemacht. Einige von uns sind aus der Großstadt in Dörfer gezogen und haben Schritt für Schritt für sich selbst und ihre Kinder ein naturnahe(re)s Leben aufgebaut.  Andere blieben in der Stadt und entdeckten, wie beglückend es sein kann, auf dem Balkon oder im Hinterhof  Tomaten und Gemüse zu ziehen und ihren Kindern und Enkeln zu zeigen, wie sie wachsen und wie gut sie schmecken. Manche von uns wurden begeisterte Imker, Kompostspezialisten, Hochbeetbauer oder Hühnerhalter.

 

In unseren Workshops zum biologischen Gärtnern und zur Selbstversorgung möchten wir Menschen, die gerade losgehen oder bereits losgegangen sind, das nötige Handwerkszeug vermitteln, um ihr eigenes gesundes Obst und Gemüse anzubauen und Saatgut aus samenfesten, regional angepassten Sorten zu gewinnen. Wir wollen unsere Kenntnisse weitergeben, kompetente Fachleute hinzuziehen und voneinander lernen.

Für mehr Natur im Garten

Unser Garten ist bewusst als naturnaher Garten konzipiert und wird biologisch bewirtschaftet, denn es ist uns wichtig, nicht nur zu nehmen sondern auch zu geben. Wir wollen mit der Natur leben, sie im Garten erhalten und Kreisläufe schaffen, die sich selbst regulieren und nachhaltig funktionieren. In unseren Gartenführungen zeigen wir unseren Garten mit seinen Naturgarten- und Permakulturelementen und dem reichen, beschilderten Pflanzenbestand. Vielleicht gelingt es uns so, andere dazu anzustiften, mehr Natur in ihrem Garten zuzulassen, artenreiche Oasen mit einheimischen Pflanzen zu schaffen und die Tiere im Garten – insbesondere die Bienen – zu unterstützen!

Was uns noch wichtig ist

Dinkelbrot

Wie viele andere Menschen auch sehnen wir uns danach, wieder mehr selbst herzustellen und nicht nur zu konsumieren. Wir möchten unsere Kreativität fördern und brach liegende Fähigkeiten nutzen. Dem beziehungslosen Kaufen, Gebrauchen und Wegwerfen wollen wir sparsamen Gebrauch und Wertschätzung für unsere eigenen Produkte entgegen setzen. In unseren Workshops zum Selbermachen zeigen wir, wie dies gelingen kann. Altes Wissen – insbesondere aus der Region – wollen wir vor dem Vergessen bewahren und uns von Upcycling- und DIY (Do it yourself)-Ideen, Initiativen zum Tauschen & Teilen u.v.m. inspirieren lassen.

 

Heilpflanzen faszinieren und begleiten uns seit langem. Wir wenden sie bei einfachen Erkrankungen im täglichen Leben an und gewinnen dadurch mehr Eigenverantwortung für unsere Gesundheit zurück. So erfahren unsere Kinder, dass alte Hausmittel und moderne Mittel der Phytotherapie so manche synthetische Tablette unnötig machen. Dieses fundierte und praxiserprobte Wissen geben wir in unseren Workshops mit Begeisterung weiter.

Wildpflanzen sind bei vielen von uns gelegentlicher bis täglicher Bestandteil unserer Nahrung und gern gesehene Bewohner unseres Gartens. In Workshops können die Teilnehmer lernen, sie sicher zu bestimmen und mit ihnen zu kochen. Der Garten, das Seminarhaus und die unmittelbar anschließende Dübener Heide bieten dazu ideale Voraussetzungen.

Wir engagieren uns gemeinsam mit Freunden und Partnern in mehreren Projekten unserer Region. Unser Engagement trägt dazu bei, viele Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Dadurch kann ein vielfältiger Austausch entstehen. Andere Sichtweisen kommen in den Blick und eröffnen Möglichkeiten, unser Umfeld etwas schöner, freundlicher, offener und lebenswerter zu gestalten.